Geschichte 1950

Januar 1950: Patronatsfest, Generalversammlung und Familienabend

Vom Vereinslokal Helmings geht es ins Gotteshaus mit nahezu allen Mitgliedern bei schönem kalten Wetter.

Erstmals findet in der nachher stattfindenden Generalversammlung mit dem gemeinsamen Frühstück. Nach den Formalien trug Lehrer Ferdinand Wagner vor zum Thema „Allgemeines über die Bruderschaften.“

Das Vereinslokal Helmings wurde durch Umbau und Geschäftszweckänderung aufgegeben, neues Lokal wurde durch Stimmenmehrheit das Lokal der Wwe. Eberhard Kaiser. Nach der Versammlung zog man zum neuen Vereinslokal und vertraute der Wirtin mit launigen Worten Königssilber und Fahnen an. Es ist erwähnt, dass Silber und Fahnen seit Jahrzehnten bei Helmings gelagert wurden.

Die „Versammlung“ ging weiter mit manch gespendeter Runde.

Abends gab es ein karnevalistisches Beisammensein. Die Leitung des Abends lag bei Franz Pirow. Vortragende waren Gerda Solty, Ferdinand Wagner, Karl Albers, Martin Bonge, Heinz Croonenbroeck, Hans-Martin Gielen und Heinz Schöpkens. Es war wohl ein lustiger und langer Abend.

Protokoll vom 24.01.50, vermutlich war Versammlungstag Sonntag, 22.01.1950.

Dienstag, 15. August 1950: Jahreshauptversammlung

Es gab noch eine Versammlung zur Vorbereitung des Schützenfestes. (Und es gab Freibier). Es wurde erwähnt, dass der Beschluss zum Schützenfest bereits im Januar gefallen ist. Und es wird erwähnt, das eine Vereinbarung mit Eyll und Rahm zur Durchführung eines Schützenfestes alle 3 Jahre vorsieht. Rahm war 1949 Veranstalter, Aldekerk 1947. St. Hubertus Eyll wird nun auch 1950 feiern, genauso wie Aldekerk. Also 2 Schützenfeste im Dorf anlässlich der Herbstkirmes. „Unsere Bruderschaft zieht in Aldekerk auf, und die St. Hubertus-Bruderschaft jenseits der Gemeindegrenze in Eyll am Bahnhof Aldekerk.“ Jeder sollte einen Tag gestalten, Aldekerk hat sich den 4. September reserviert. Interessenten für das Königsamt gab es mehrere. Zum finanziellen Ausglich gab es eine freiwillige Listenzeichnung, diese ergaben eine Spende von 300 DM (Königsgeld). Das Vogelschießen wurde für den 27.08. beschlossen.

Sonntag, 27. August 1950: Vogelschießen

Treffpunkt war das Vereinslokal Kaiser, von dort ging es mit Marschmusik zum Schießplatz am Pannenpatt. Vorher wurde der alte König Johs. Hufschmidt abgeholt. „Achtung! Helm ab zum Gebet!“. Den Ehrenschuss gab der stellv. Präses Kaplan Meyer ab. Alsdann wurde nach Schießnummern geschossen. Die Preise schossen Karlheinz Helmings (Hals), Franz Heyrichs (Schwanz), Heinz Schöpkens (rechter Flügel) und Hermann Oudens (linker Flügel).

Die Begeisterung beim Königsvogel „auf den schwarzen Gesellen“ war nicht so groß wie zuerst angenommen. „Schleppend und langsam zog sich der weitere Verlauf des Schießens hin.“ Den Königsschuss gab August Wischer ab, sein Name „August I.“.

Dann wurde zum Festlokal gezogen. Minister wurden Gottfried Tillmanns und Willy Kranen. Es wurde noch lange gefeiert.

Im Protokoll wird noch ein kleines Ereignis erwähnt. Fahnenträger Gerhard hatte wohl seine Hose vergessen und war in Unterhose angetreten. Und als der Fahnenwalzer losging, fehlte die Fahne. Der Major vergaß das kommandieren, und es lief noch einiges weiteres schief.

Montag, 04. September 1950: Schützenfest

Am Vorabend gab es einen großen Zapfenstreich des Aldekerker Trommlerkorps.

Der Festtag begann mit Wecken. Es gab schwere Regengüsse. Dann ging es zum Festgottesdienst. Dann gab es eine kurze Feier am Ehrenmal für die gefallenen und vermissten Kameraden. Ehrenmitglied Carl Ibes legte einen Kranz nieder.

Der Umzug anschließend ging bei den Majestäten vorbei zum Festlokal. Dort schloss sich ein Frühschoppen an. Gegen Mittag hellte sich der Himmel auf. Und zum Festzug zeigte sich die Sonne.

Zunächst ging es zu sr. Majestät. Nach Bewirtung schritt der König die Front ab. Unter den Klängen der Musik ging es zu Königin Elisabeth. Und wieder gab es ein Vorbeimarsch, der Majestäten an den Schützen. Dann bestiegt man die Prunkwagen. Es gab viele Besucher. „Am Brühl wurde von König August Wischers, Königin Frau Fritz Tillmanns, Minister Willy Kranen, Minister Fritz Tillmanns, Hofdamen Frau August Wischers und Frau Willy Kranen und den Ehrengästen die große Königsparade abgehalten.“

Der Königsgalaball fand im Festlokal Steckelbruck statt. Der Saal war überfüllt.

Protokoll vom 1.11.1950: Christkonigsfest

Zunächst gab es einen Gottesdienst der Bruderschaften. Am Abend trafen sich die Pfarrbruderschaften zur Jahreshauptversammlung im Gasthof Walters. Präses Pfarrer Arden war krank, so begrüßte Lehrer Wagner die Teilnehmer. „Ein besonderer Gruß galt dem Bundesmeister Lehrer Sommer aus Nieukerk, der einen Vortrag hielt mit dem Thema „Bruderschaften in Vergangenheit und Gegenwart“.“

 

Protokolliert ist weiter nichts mehr. Es gibt nur noch folgende Aufstellung:

Die Bruderschaft nahm an kirchlichen Festen teil:

  • Patronatsfest
  • Schlußfeier des ewigen Gebetes
  • Osterfest
  • Kinderkommunion (Maria Himmelfahrt)
  • Pfingstfest
  • Fronleichnamsfestprozession
  • Peter- und Paul Gottestracht
  • Kevelaer Fußprozession
  • Christkönigsfest
  • Schlußfeier des ewigen Gebetes

An weltlichen Feiern

  • Jahreshauptversammlung
  • Familienabend bei Thoeren
  • Bundesfrühjahrsversammlung Mai 1950
  • 300 jähriges Bestehen der St. Quirinus-Bruderschaft Saelhuysen
  • Vogelschießen
  • Schützenfes Herbstkirmes
  • Heldengedenkfeier – Buß- und Bettag

Es starb Schützenbruder Heinrich Sürkamp.

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955

Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Geschichte 1949

Sonntag, 23. Januar 1949: Kirchliches Patronatsfest

„Was, wenngleich das Patronatsfest und Schützenfest heute noch einen ersten Rang einnehmen unter den mannigfachen überlieferten Volksbräuchen, so ist nicht zu leugnen, daß sie im Wandel der Zeiten beträchtlich eingebüßt haben an Ursprünglichkeit, Volkstümlichkeit und Glanz. Wer in alten Schilderungen von dem glanz- und stilvollen Gepräge der Patronatsfeste und Schützenfeste früherer Zeiten gelesen hat und Vergleiche anstellt, wird mit Betrübnis die heutige Verflachung solcher Veranstaltungen festgestellt haben, die dadurch in ihrem volkhaften Wert beträchtlich herabgemindert werden.“

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955
Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Sonntag, 30. Januar 1949: Jahreshauptversammlung

Es  wird ein allgemeiner Rückblick auf das vergangene Jahr geschrieben, und zwar durchaus positiv. Die Teilnehmerzahl war wohl groß. Man ging schnell zur formellen Tagesordnung über. „Die angesetzte Neuwahl des Vorstandes fand bei den Mitgliedern taube Ohren, man stimmte einmütig für den alten Vorstand. Von Ergänzung durch junge Schützen und die allmähliche Übertragung der Vereinsgeschäfte auf Nachwuchs wollte man nichts wissen.“

Unter Verschiedenes wurde das gemeinsame karnevalistische Treiben „Bruderschaft – Kolpingfamilie“ besprochen.

Im Protokoll sind keine Namen erwähnt.

Sonntag, 13. Februar 1949: Gemeinsames karnevalistisches Treiben mit der Kolpingfamilie

Es war ein Elferrat installiert. Gefeiert wurde im Kaisersaal. Zeremonienmeister war Franz Pirow. Die Vereinschronik wurde gesungen von Heinz Croonenbroeck und Peter Keltjens wohl recht fröhlich. Dann gab es Vorträge von Ferdinand Wagner und Martin Bonge. Dann werden erwähnt Hermann Lemmen, Karl Albers, Franz Hoever, Martin Gielen, Johs. Cuypers, Heinz Schöpkens und Ernst Beyers mit rheinischem Humor.

Es wurde gefeiert bis in den Morgen.

Mittwoch, 11. Mai 1949: Diamantene Hochzeit von Heinrich und Gertrud (geb. Färbers) Blömers.

Das war ein Fest, an dem das ganze Dorf beteiligt war. Es gab auch einen Festumzug aller Vereine. Die Festrede hielt Pfarrer Arden, es gab Gesang und andere Musik. Abends feierte man im Saal Boll, hier gab es Vorträge von Ferdinand Wagner und Martin Bonge.

Kreuzschändung am Rahmer Kirchweg

„Von frevelnder, unbekannter Hand wurde der Christuskorpus am Kreuz in der Nähe des Krankenhauses in schändlicher Weise zerstört.“  Das gab es also damals auch schon.

Sonntag, 03. Juli 1949: Bundesfest in Wankum

Die Bruderschaft nahm mit König und Fahnen am Jubel- und Schützenfest der Wankumer Bruderschaft teil. Festreden hielten der Bundesvorsitzende Schmetters und der Landrat.

Juni 1949: Empfang der neuen Glocken und Glockenweihe

Erwähnt wird die Ankunft im Brühl, die Fahrt durch die Straßen des Dorfes sowie die Installation. Die Glocken tragen die Inschriften:

  • Petrus und Paulus
  • Michael
  • Die hl. Familie
  • St. Josef

Schützenfest

Die Bruderschaft nahm am Schützenfest der Antonius-Bruderschaft Rahm teil. Angeführt wurde das Königspaar und zahlreiche Zuschauer durch Gerhard van Treeck.

November 1949: Krankenhaussammlung

An der Sammlung nahmen div. Mitglieder teil: Karl Ibes, Jakob Houcken, Josef Lemmen, Heinz Baumanns, Rektor Wirtz, Matth. Kleinmanns, Hermann Jansen, Karl Neyenhuys, Josef Piepers, Paul Büns, Matthias Dammertz, Johannes Beniers, Johann Hufschmidt und Reinhard Peuten. Ergebnis der Sammlung 550 DM.

November 1949: Christkönigsfest

Gefeiert wurde zusammen mit den Nachbarbruderschaften von Eyll und Rahm. Pfarrer Arden hielt die Predigt, die Glocken läuteten, der Orgelschwall war brausend.

Donnerstag, 08. Dezember 1949: Vorstandsversammlung

Im Saale Haffmanns wurden die Themen Patronatsfest, Familienabend und Romfahrt besprochen.

Patronatsfest: traditionell am Sebastianus-Tag. Am gleichen Tag gibt es im Saale Thoeren-Wiegels den Familienabend im Zeichen des Karnevals. Erstmals wird ein Frühstück nach der kirchlichen Feier angeregt. Die Vertrauensleute werden mit der Befragung der Mitglieder beauftragt.

Familienabend: Es wird ein Vergnügungsausschuss für den humoristischen Teil des Abends gebildet.

Romfahrt (anlässlich des Hl. Jahres): Da Geldmangel herrscht, wird der Punkt auf die Generalversammlung vertagt.

Zum Schluss der Protokolle wird als Jahresaktivitäten festgehalten:

Kirchliche Feiern

  • Patronatsfest
  • Schlußfeier des ewigen Gebetes
  • Osterfest
  • Kinderkommunion (Weißer Sonntag)
  • Diamantene Hochzeit der Ehel. Bloemers
  • Kinderkommunion (Maria Himmelfahrt)
  • Pfingstfest
  • Fronleichnamsprozession
  • Peter und Paul (Gottestracht)
  • Kreuzeinweihung (Rahmer Kirchweg)
  • Fußprozession nach Kevelaer
  • Glockenweihe und Abholen der Glocken
  • Christkönigsfest
  • Schlußfeier des 40-stündigen Gebetes
  • Schlußfeier des ewigen Gebetes (3.1.1950)

Weltliche Feiern

  • Jahreshauptversammlung Januar 1949
  • Karnevalistischer Familienabend Bruderschaft-Kolping, Kleinfastnachten 1949
  • Bundesfrühjahrsversammlung Mai 1949
  • Diamantene Hochzeit Bloemers
  • Bundesfest im Juli in Wankum
  • Schützenfest der St. Antonius-Bruderschaft Rahm
  • Heldengedenktag (Buß- und Bettag 1949)
  • Kriegerheimkehrtag (6. Januar 1950)

„Den Heldentod starben in russischer Gefangenschaft: Johannes Kaiser, Theodor Brügger, Heinrich Elspaß.

Es starb der Schützenbruder Willi Wiene (20. Aug. 1949)

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955

Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Geschichte 1948

Sonntag, 04. Januar 1948: Jahreshauptversammlung

im Gasthof Walters trafen sich zahlreiche Mitglieder. Tagesordnung:
1. Geschäfts- und Tätigkeitsbericht
2. Kassenbericht
3. Festsetzung des Patronatsfestes und Familienabends
4. Verschiedenes

Leiter der Versammlung war der II. Vorsitzende Willy Schöpkens. Es gab die Berichte, Kassenprüfungsbericht und Entlastung.
Das Patronatsfest sollte erst nach Rücksprache mit dem Präses festgelegt werden, der Familienabend wurde auf Kleinfastnachtsmontag im Lokal Thoeren vereinbart. Organisation durch den neuen Vergnügungsausschuss. Dem gehörten offensichtlich Hermann Lemmen, Matthias Kleinmanns, Willy Wienen, Jakob Olislagers, Martin Bonge und Paul Büns an.
Erwähnt wird ein Vortrag von Hermann Lemmen zur Fußwallfahrt sowie verschiedene Schützen als Vorbeter für das ewige Gebet.
Die Jugend wird seitens Major Johannes Hufschmidt aufgefordert, sich mehr einzubringen. Und es wurde für die vorbildliche Haltung bei Gelegenheit des Schützenfestes und Königs-Galaballes gedankt. „Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß beim Familienabend dieselbe Zurückhaltung in Punkto Getränke gezeigt würde wie bisher.“

Sonntag, 25. Januar 1948: Patronatsfest

Es wird nur der Gottesdient durch Pfarrer Arden sowie die gemeinschaftliche Kommunion beschrieben.

Montag, 2. Februar 1948: Kleinfastnachtsmontag

Vorbereitet durch Matthias Kleinmanns und den Vorstand. Der Raum war voll besetzt, es gab orginelle Vorträge und einen selbst verfassten Refrain: „Op et Sönneke schinnt, op et Mönneke grinnt, we hätte es os Bruderschaft den Himmel op de Erd.“ und natürlich Musik.

Dienstag 24. August 1948: Vorstandsbeschluss

„Durch die am 22. Juni eingetretene Geldreform war unsere Bruderschaft nicht in der Lage, in diesem Jahre ein Schützenfest zu feiern. Aus diesem Grunde war der Vorstand sich in einer im Lokale Haffmanns stattgefundenen Versammlung einig geworden, die Schützen zu einem Tanzabend einzuladen. Mit dem Wirt Franz Steckelbruck verhandelten einige Schützen und kamen zu dem Ergebnis, das am Kirmes-Dienstag, dem 5. September, der Abend steigen sollten.“

Dienstag, 7. September 1948: Familien-Tanzabend

Zahlreich war der Besuch der Bruderschaftsmitglieder und Familienangehörige. „Erstmals war es nicht gestattet, dem „Eigenheimer“ * mitzubringen, die neue D-Markt hatte die Möglichkeit geschaffen, die geistigen Getränke zu etwas annehmbaren Preisen zu erstehen.“
Es wurde intensiv getanzt, bis 3 Uhr.

Im Jahr 1949 führt der Schriftführer R. Peuthen die Aktivitäten des Jahres 1948 wie folgt auf:

  • 04.01.48 Jahreshauptversammlung
  • 25.01.48: Patronatsfest
  • 02.02.48: Familienabend
  • Osterfest
  • Erstkommunion der Kinder
  • Mai 48: Bundesfrühjahrsversammlung
  • Pfingsfest
  • Fronleichnamsfest (Gottestracht)
  • St. Peter und Paul-Prozession
  • Fußprozession nach Kevelaer
  • 22.08.48: Vorstandsversammlung
  • 07.09.48: Familientanzabend
  • 02.-06.10.48: Bruderschatstag in Kevelaer
  • Christkönigsfest
  • 40-stündiges Gebet Weihnachten
  • Krankenhausrundgang
  • Kreuzeinweihung (Rahmerlandstr.)

Es starben im Jahr 1948

  • 18.01.48: Hubert Haffmanns
  • 18.11.48: Jakob Thyssen

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955
Zusammengefasst durch Ulrich Neffe

* Eigenheimer: was ist das?
Nach Darstellung kundiger Mitglieder war es nach dem Krieg streng verboten, Schnaps zu brennen. Trotzdem haben das viele Menschen, insbesondere Bauern gemacht. Dieser sehr einfache Schnaps wurde zu den Feierlichkeiten mitgebracht und verzehrt. Erst als der Schnaps verbraucht war (die Schützenbrüder waren schon beschwipst), konnte der Wirt Bier verkaufen. Das Bier allerdings hatte eines sehr viel einfachere Qualität, war mit geringem Alkoholgehalt ausgestattet.

Geschichte 1947

Sonntag 26. Januar 1947: Patronatsfest

Um 9 3/4 Uhr trat die Bruderschaft am Vereinslokal Helmings an. Im feierlichen Zuge ging es zum Festhochamt. Darin sang auch der Kirchenchor, die Messe hielt Pfarrer Ardens.

Im Gasthof Wiegels-Thören gab es eine kurze Besprechung über die Gestaltung des Familienabends. Zuständig ist der Vergnügungsausschuss.

Kleinfastnachtsdienstag, 11. Februar 1947: Familienabend ab 6 Uhr im Saale Wiegels-Thören, mit Tanzkapelle. Nach dem Vorsitzenden sprach der Vergnügungsausschußleiter Willy Kempkes. „In heiterer Reihenfolge wechselten nun humoristische Vorträge. Eine Verlosung mit manch einem schönen Gewinn trug zur Steigerung der Stimmung bei. Willy Kempkes und die Kapelle des bekannten schmalen Gustav waren unermüdlich, die Lachmuskeln der Gäste in Tätigkeit zu halten.“ Die Feier dauerte wohl sehr lange.

Mai 1947: Frühjahrsversammlung des Bundes historischer Bruderschaften

Fand statt im Saale Kleinkuhlen, Nieukerk, Vorsitz Theodor Schmetter, anwesend auch Brudermeister Jäger von der Erzbruderschaft in Köln und Präses Pastor Große-Osterholt aus Sevelen.

 

Vorbereitung, Vogelschießen und Schützenfest vom 6. – 9. 09. 1947

Christkönigsfest (ohne Datum. Das Protokoll trägt das Datum 1. Februar 1947)

Es wird nur der feierliche Kirchgang mit gemeinschaftlicher Kommunion beschrieben.

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955
Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Schützenfest 1947

Sonntag, 20. Juli 1947: Jahresversammlung

Start um 11 Uhr, gut besucht. Zunächst ging es um das Königsvogelschießen. Nach intensiver Debatte wurde fast einstimmig die Durchführung eines Vogelschießens und Schützenfestes beschlossen. „Durch freiwillige Spenden wurde die Finanzierung des Festes sichergestellt.“ Vorbereitet wird durch Vorstand und Vergnügungsausschuss.

Weiter wurde beschlossen, wieder an der Fußwallfahrt der Pfarrgemeinde nach Kevelaer teilzunehmen.

Sonntag , 24. August 1947: Vogelschießen

„Nach 12 Jahren zum ersten Male zog … bei herrlichem Sonnenschein zur Vogelstange. Das war ein Festtag für die ganze Bevölkerung.“ Abgeholt wurde der Träger des Schützensilber Carl Ibes. (Anm.: Nach dem Protokoll wurde 1936 Simon Borsma Schützenkönig, ein Schützenfest hat allerdings nicht stattgefunden. Allerdings existiert eine Medaille, aus der klar hervorgeht, dass 1938 Frz. Steckelbruck König und Maria Loyens seine Königin waren. Carl Ibes ist nicht erwähnt.) Carl Ibes ist „unser ältestes Mitglied“. Er trug „in allen schweren Zeiten der Naziregierung und des Krieges … mutig und tapfer trotz mancher Gefahr das Königssilber bei allen kirchlichen Anlässen öffentlich, ein Jahrzehnt lang.“
Begleitet wurde mit Marschmusik zum Schließplatz. „Schnell war der schwarze Gesell auf seinem Sitz befestigt,“ „Geschossen wurde wie zu Urvaters Zeiten mit der Armbrust,“ Gewehre waren verboten.
Vorsitzender Johs. Ackermans, Präses Pfarrer Arden.
1. Preis Lothar Leßmann; linker Flügel Matthias Neeven; rechter Flügel Lothar Leßmann; Schwanz Heinz Minkes.
König wurde Johannes Hufschmidt jun., mit dem Namen Johannes I. Nach kurzem Umzug wurde im Lokale Thoeren  die Einzelheiten des festes besprochen. Königin wurde Aenne Houcken, Minister Jakob Houcken und Bernhard Dahlhaus, Grete Dahlhaus und „Frau Josef Thelen“ wurden zu Hofdamen.
Offiziersstab: Johannes Hufschmidt, Major; Anton Ibes, Hauptmann; Hermann Lemmen, Offizier; Martin Bonge, Offizier; Peter Keltjens und Josef Omsels, Adjutanten; Josef Thelen, Mundschenk; Gerhard van Treeck, Franz Heyrichs, Hermann Wellmanns, Fahnenoffiziere der St. Sebastianusfahne; Heinz Schöpkens, Franz Hoever und Matthias Nauen, Fahnenträger der Paulusfahne.

„N.B. Am Vorabend des Vogelschießens hatte die Bruderschaft einen überraschenden Vorfall: Franz Kleinbongartz hatte, großzügig wie immer, seine Wiese als Schießplatz zur Verfügung gestellt. Alles war in Ordnung, doch in letzter Minute kam der Eigentümer des Grundstückes, der Wirt Franz Steckelbruck und verbot die Benutzung seines Eigentums. Grund —- was sich jeder denken kann. Aber auch hier gab es schell einen Ausweg. Unser Schützenbruder Gerhard Gerritzen stellte ohne Bedingung seine Wiese zur Verfügung.“

Samstag 6. bis Dienstag 9. September 1947: Kirmestage mit Schützenfest

Samstagnachmittag Errichtung der Kirmesmaien.
Gestartet wurde mit einem feierlichen Kirchgang, anschließend Gefallenenehrung mit Kranzniederlegung. „Ehrenmitglied Carl Ibes gedachte in schlichten Worten der gefallenen Brüder …“. anschließend gab es einen Frühschoppen im Festlokal Thören-Wiegels. Um 3 Uhr wurde angetreten zum Abholen seiner Majestäten. „Hier war ein großer Empfang vorbereitet. Ein Triumphbogen war vor dem Haus des Königs errichtet. Bewirtet wurde mit dem edlen Getränk des 12 % Friedensbier …“ Weiter ging es zum Palais der Königin. Auch hier wurde kräftig getrunken. Es gab eine Vorbeimarsch von König und Königin vor der Bruderschaft, im Prunkwagen und in Begleitung von Musik marschierte der Zug durch die Straßen des Ortes zum Festlokal. Hier gab es die Königsparade. Dann startete der Königs-Gala-Ball, natürlich mit Königstanz. Der Saal war überfüllt. Gedankt wurde im Protokoll dem Major Johannes Hufschmidt und dem 2. Vorsitzenden Willy Schöpkens.
Weiteres ist nicht vermerkt.

Weitere Angaben, z.B. Hofstaat und Geschichte