1934 – 1937/1938 – Vorbemerkungen

Die einzelnen Daten wurden dem Protokollbuch der Bruderschaft entnommen. Die vielfach gleich bleibende Handschrift deutet darauf hin, dass es sich um Gedächtnisprotokolle handelt.

Es ist nicht zu erkennen, wer die Protokolle geführt hat (vermutlich der Schriftführer Reinhard Peuten). Allerdings zeigen viele Einzelheiten deutlich auf, dass der Protokollführer sehr aktiv am Geschehen teilgenommen hat und die handelnden Personen sehr gut kannte.

Geschichte 1938

Das Protokollbuch endet 1937 und beginnt wieder 1947.

Da aber eine Plakette des Königssilber Franz Steckelbruck als König und Maria Loyens als Königin ausweist, haben offensichtlich weitere Aktivitäten stattgefunden.

Geschichte 1937

Sonntag, 19. Januar 1937: Familienabend und Patronatsfest
Es war ein lustiger kameradschaftlicher Familienabend im Lokal Jakob Boll.  Begrüßung durch Schützenbruder Mathias Kleinmanns, u.a. Kaplan Osterholt und Kaplan Hornbergs. Es spielte eine humoristische Kapelle zum Tanz auf, und orginelle Vorträge und lustige Witze vom schmalen Gustav. „Aber noch fideler wurde es, als die vom Metzgermeister Johs. Horten hergestellte Knackwürstchen mit rötchen den Schützen und Angehörigen apetittlich serviert wurden.“

Anschließend gibt es den Vermerk, der am Schluss des Jahres 1936 niedergeschrieben ist. Weitere Aufzeichnungen beginnen 1947.

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955
Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Mit Datum vom 21.11.1937 (genehmigt 20.04.1938) gab sich der „Schützenverein Sebastian“ mit Sitz in Aldekerk seine Satzung. „Der Verein bezweckt die leibliche und seelische Erziehung seiner Mitglieder im Geiste nationalsozialistigschen Volksstaates durch planmäßige Pflege der Leibesübungen, insbesondere Schiesssport insbesondere Kleinkaliberschiessen.“
„Zur Verwaltung des Vereins gehören: Schriftführer, Kassenwesen, Werbung, Dietarbeit, Ausbildung der Schützen, Verwaltung der Waffen, Munution und Schießstände.“ „Aufgabe des Dietwartes ist Volkstumsarbeit.“
„Dem Ältestenrat gehören an: Jakob Wiegels, Franz Steckelbruck, Jakob Helmings, Jakob Laps, Wilhelm Schöpkens, Heinrich Spickers und Pauf Hufschmidt.“
Der Satzungsvordruck stammt offensichtlich vom „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen“, in dem auch der „Dt. Schützen Verband“ organisiert ist. Eine Verbindung zu den Bruderschafaten ist nicht dokumentiert, aber wahrscheinlich.

Geschichte 1936

Sonntag, 26. Januar 1936: Patronatsfest, Feierliches Hochamt um 1/2 11 Uhr mit Dechant Pielen. Es folgte die kirchliche Neuaufnahmen von Mitgliedern. „Es war ein weihevoller Festakt, als sich die auf dem Chore versammelten Fahnen senkten und die Schützen sich durch den kraftvollen Treueschwur auf’s neue zum Eintreten für Glauben, Sitte, Heimat und Vaterland bekannten.“ Abends gab es ein Fest im Saale Steckelbruck (später Kaisersaal), mit den Angehörigen.

In einem gesonderten Absatz wird auf die Platte verwiesen, die der Schützenkönig Heinrich II. gestiftet hat. Weiterhin wird auf eine Spende an die Pfarrverwaltung in Höhe von 50 RM verwiesen, die für die Beschaffung eines wertvollen Ciboriums verwandt wurde.

 

Vorbereitung und Vogelschießen

Sonntag, 01. November 1936: Christ-Königsfest
Eingeleitet wurde es durch ein „dreitägiges Tridium“ (?). Am Allerheiligen gab es zunächst eine Gemeinschaftsmesse. (Weiter ist nichts beschrieben)

Folgender Vermerk befindet sich nach dem Bericht über Familienabend und Patronatsfest 1937:
„Am 6. März 1936 wurde durch die Geheime Staatspolizei die Bruderschaft vom hl. Sebastianus aufgelöst. Durch die Verfügung musste auch die „Vereinigte St. Sebastianus- und Paulusbruderschaft ihrer weltlichen Tätigkeit aufgeben. Kirchlich blieb sie nach wie vor bestehen.“

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1934 – 1955

Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Schützenfest 1936

Samstag, 22. August 1936: Versammlung im Vereinsheim zur Besprechung der diesjährigen Schützenfesttage. Am letzten Sonntag vor der Kirmes sollte das Vogelschießen stattfinden. Festausschussvorsitzender war Mathias Kleinmanns. Königszuschuss sollten 50 RM sein. Weiterhin sollten alle Schützen, die am Festzug teilnehmen, 1 RM als Zehrgeld erhalten.

Sonntag, 30. August 1936: Königsvogelschießen ab 3 Uhr. Auch hierzu wurde der alte König abgeholt, es gab einen kräftigen Trunk und einen Festumzug unter Musikbegleitung. Ehrenschüsse gab es vom alten König und vom Major. In kurzer Zeit waren die Preise abgeschossen: Willy Peschges (Hals), Karl Houken (linker Flügel), Hermann Lemmen (rechter Flügel) und Michael Seyen (Schwanz). „Nach hartem Kampf gelang es dem jungen Schützenbruder Simon Boersma, den Königsschuss abzugeben.“ Man zog unter Musikbegleitung zum Festlokal Eberhard Kaiser (Kaisersaal?). Hier wurden in gemütlicher feuchtfröhlicher Stimmung noch verschiedene Stunden deutschen Schützengeist gepflegt.“

„Besonderer Umständehalber ist es nicht möglich gewesen, das so gut vorbereitete Schützenfest zu feiern.“

Weitere Angaben, z.B. Geschichte